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Jetzt Tempo 30 auf Wirtschaftsweg in Niederseelbach...

Ein Weg – viele Menschen – Rücksicht für alle!

Tempolimit auf Niedernhausener Wirtschaftsweg: Für ein sicheres und gutes Miteinander in Feld und Wald

Natur genießen direkt vor der Haustür: Einer der großen Vorteile, wenn man in Niedernhausen lebt! Allerdings sind in Wald und Feld nicht nur Erholungssuchende nach Feierabend, sondern gleich mehrere Interessensgruppen unterwegs. Besonders deutlich wird das in Niederseelbach. Außerhalb des Ortsteils liegen die beiden einzigen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetriebe in Niedernhausen, der Waldhof der Familie Faigle und der Hof „Sieben Morgen“, betrieben von Familie Köhler.

Die Landwirte – das sollten wir niemals aus den Augen verlieren – verdienen auf Feldern und Wiesen ihren Lebensunterhalt. Beide Niederseelbacher Betriebe haben eine Pferdepension, für viele Landwirte mittlerweile ein wichtiger Betriebszweig. Der Waldhof betreibt dazu noch einen beliebten Hofladen zur Direktvermarktung eigener Produkte. Das bedeutet: Auf den Wirtschaftswegen ist regelmäßig Kundschaft unterwegs. Gleichzeitig genießen viele Menschen im selben Bereich ihre Freizeit an der frischen Luft, ob zu Fuß oder auf dem Fahrrad, alleine oder in Gruppen, oft in Gesellschaft mit Pferd oder Hund.

Dieses Miteinander in der Natur möchte die Gemeinde Niedernhausen sicherer machen. Der asphaltierte Wirtschaftsweg in Verlängerung der Niederseelbacher Brückenstraße ist die offizielle Zuwegung zu den beiden Aussiedlerhöfen. Hier besteht jetzt ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Um diesen Umstand deutlich sichtbar zu machen, hat die Gemeinde an verschiedenen Stellen entlang des Weges entsprechende Verkehrszeichen aufgestellt. In einer gemeinsamen Aktion mit Niedernhausens Bürgermeisterin Lucie Maier-Frutig, dem Niederseelbacher Ortsbeirat und den Familien Faigle und Köhler wurden die Verkehrsschilder am 24.09.2026 enthüllt und ihrer Bestimmung übergeben.

Ausdrücklich nicht nur Autofahrerinnen und Autofahrer sollen sich angesprochen fühlen: Insgesamt möchten Gemeinde, Ortsbeirat und Anlieger daran erinnern, dass gegenseitige Rücksichtnahme auch auf Feldwegen durch die Natur das Leben leichter macht!

„Damit das Miteinander in unserer wunderschönen Natur gut funktioniert, brauchen wir gegenseitige Rücksichtnahme,“ erklärt Bürgermeisterin Lucie Maier-Frutig: „Gerade weil hier so viele unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen, ist es wichtig, die Geschwindigkeit anzupassen und aufmerksam unterwegs zu sein. Die neuen Hinweisschilder auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h sollen daran erinnern. Wir wollen niemanden benachteiligen und buchstäblich ausbremsen! Als Gemeinde ist uns vielmehr wichtig: Wir wollen, dass alle sicher unterwegs sein können – diejenigen, die hier arbeiten, genauso wie diejenigen, die in ihrer Freizeit die Natur genießen.“

Zu den entschiedenen Befürwortern des Tempolimits gehört auch der Niederseelbacher Ortsbeirat. „Wir waren überrascht festzustellen, dass man im Feld theoretisch so schnell fahren kann, wie man möchte,“ so Ortsvorsteher Herbert Jobelius. „Wir sind daher sehr froh, gemeinsam mit der Gemeinde und den örtlichen Betrieben ein Zeichen für ein sichereres Miteinander setzen zu können.“

Zu einem guten Miteinander aller Nutzerinnen und Nutzer der Feldwege können auch alle beitragen! Dazu haben wir eine kleine „Gebrauchsanweisung“ entwickelt:

Landwirtschaftliche Fahrzeuge: Haben Vorfahrt, denn sie sind nicht zum Vergnügen hier unterwegs. Wer am Steuer sitzt, verdient hier seinen Lebensunterhalt. Dürfen aber gerne auch auf andere Rücksicht nehmen! Hier führt gegenseitiges Verständnis zum Ziel!

Autos: Halten sich bitte an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Fahren auch mal seitlich ran, um anderen Platz zu machen. Blockieren keine landwirtschaftlichen Wege durch Parken außerhalb gekennzeichneter Parkflächen.

Fahrräder: Bitte schnelleren Fahrzeugen Platz machen und beim Heranfahren an langsamere Verkehrsteilnehmer klingeln oder rufen – dann erschrickt niemand, wenn plötzlich ein Fahrrad aus dem Augenwinkel kommt!

Fußgänger: Beim Herannahen von Autos oder Landmaschinen bitte einmal kurz Platz machen, Hunde bei Begegnungen bei Fuß rufen oder gegebenenfalls an die Leine nehmen. Auch ein perfekt trainierter, braver Hund kann sich einmal danebenbenehmen.

Pferde: Sind von der Evolution als Fluchttiere nach dem Motto „erst wegrennen, dann Fragen stellen“ ausgelegt – das heißt, auch ein sehr gut ausgebildetes Pferd kann sich einmal erschrecken. Das bitte bedenken, wenn man einem Pferd begegnet. Besonders, wenn man sich einem Pferd von hinten nähert, sollte man sich als Fußgänger, Jogger oder Radfahrer am besten durch Rufen („Hallo, darf ich überholen?“) bemerkbar machen. Dann merkt das Tier: „Da kommt ein Mensch, der mich wahrscheinlich nicht fressen will!“

Wir wünschen allen, die in der Natur rund um Niedernhausen arbeiten oder ihre Freizeit verbringen auch weiterhin guten Erfolg und viel Spaß – wir danken für ein rücksichtsvolles Verhalten!