Mit einem gärtnerisch gepflegten Grabfeld bietet Niedernhausen eine neue Bestattungsform an. Bei entsprechender Nachfrage soll dieses Konzept erweitert werden.
Ein Kreis aus 12 steinernen Stelen um einen Baum herum: So sieht das neue Grabfeld auf dem Friedhof Niedernhausen aus. Es hat die Besonderheit, dass die Grabpflege durch eine von der Gemeinde beauftragte Firma vorgenommen wird. Individuelle Pflegeleistungen durch die Angehörigen sind nicht mehr nötig. Jede Grabstätte kann zwei Urnenbestattungen in im Boden versenkten Röhren aufnehmen. Namen und Lebensdaten werden auf der Stele vermerkt, eine kleine Platte bietet die Option für einen diskreten individuellen Grabschmuck.
„Die Gemeinde Niedernhausen geht mit dieser Neuerung auf einen gesellschaftlichen Wandel ein,“ erklärt Bürgermeisterin Lucie Maier-Frutig: „Menschen zieht es aus Niedernhausen in die ganze Welt, manche können sich der Entfernung oder anderer Umstände wegen nicht mehr dauerhaft um Gräber von Angehörigen auf dem Niedernhausener Friedhof kümmern.“
2024 hatte die Gemeindevertretung die Einrichtung einer „gärtnerisch gepflegten Gemeinschaftsgrabanlage“ beschlossen. Bis Ende 2027 soll die Gemeinde beobachten, wie gut die neue Bestattungsoption angenommen wird. Bei entsprechender Nachfrage soll das Konzept auf weitere Ortsteilfriedhöfe ausgeweitet werden.